Essays

Erlebnisbericht Patenschaftsverleihung

Es ist ein Junge!

Wusstet ihr, dass der Luchs gar kein blutrünstiges Raubtier ist? Wusstet ihr, dass Schnee-Eulen ihre Beute zu Fuß jagen? Dass Waschbären ihre Nahrung gar nicht waschen, Wölfe keine Menschen fressen und wir Douglas und Chanel höchstpersönlich kennenlernen durften? Wir waren gestern über 7.000 km weit weg in Alaska und während wir unsere Ski-Anzüge ablegen und uns mit einem heißen Tee wieder aufwärmen, möchten wir euch die unvergessliche Geschichte unserer Patentier-Adoption in der Zoom Erlebniswelt Gelsenkirchen erzählen.

14 Uhr, Treffpunkt Servicecenter. Vier liebe Menschen opfern ihren Sonntag, um uns ein Event zu ermöglichen, an das wir uns für immer erinnern werden. Noch bevor wir Tundra und Taiga des vielfältigen Kontinents durch den imposanten Eingang betreten, der den nordamerikanischen Totemfahlen nachempfunden ist, sind wir bereits gefesselt von den Anekdoten, die der Zooführer und der Vertriebschef uns erzählen – über die Geschichte der Zoom Erlebniswelt und ihres Vorgängers, dem Ruhrzoo, über den Bildungsauftrag, dem das Unternehmen neben Umwelt- und Artenschutz engagiert nachkommt und sogar darüber, dass die Baumstämme, die von den Baumstachlern beknabbert und bearbeitet werden, als beliebte Kunstobjekte versteigert werden. Die Beziehung zwischen Mensch und Tier in diesem Zoo ist erfrischend und als wir um 14:43 Uhr das Eisbären-Gehege erreichen, könnten wir schwören, es seien erst wenige Minuten vergangen.

Sie werden uns vorgestellt: Antonia, Lara und Bill, die ursi maritimi der Zoom Erlebniswelt. Und gut gelaunt sind sie! Antonia, die weltweit einzige zwergwüchsige Eisbärin, die man in einem Zoo besuchen kann, streckt ihre blaue Zunge heraus, und drei Schritte weiter sehen wir einen kleinen weißen Kopf im Wasser. Er scheint zu lächeln, kommt näher, schwimmt auf uns zu. Wir erkennen, dass der weiße, pelzige Körper Schrauben und Rollen im Wasser dreht und seine Schwimmeinheit förmlich zelebriert. Es ist Eisbär Bill. Und er zelebriert sie für uns…

Als der Tierpfleger sich zu uns gesellt und einen Eimer Brot auf den Boden stellt, kommt Bill ganz nah heran und drückt seine schwarze, feuchte Nase gegen die Scheibe. Er ist riesig. Und so schön. Unverzüglich müssen wir alle lächeln und halten unsere Hände an die Scheibe, hocken uns vor das Tier, beobachten sein Spiel. Als der Tierpfleger uns erzählt, dass Bill eine gute Seele ist, dass er den Honig vom Löffel aus den Händen der Pfleger schleckt, toll mit ihnen kooperiert und es liebt, beschäftigt zu werden, verlieren wir unsere Herzen an den weißen Bären. Als er ergänzt, dass Bill mit seinen Tatzen sehr filigran arbeiten kann, können wir Handwerker uns auch noch sehr gut mit unserem Patentier identifizieren!

Es wird Zeit für ein Familienfoto inklusive des neuen Mitglieds. Anhand eines Laibs Brot wird Bill aus dem Wasser gelockt und bereichert unsere Schnappschüsse durch seine imposante Erscheinung. Die Zoobesucher bleiben neugierig stehen und begutachten das weiße Tier. Und wir? Wir sind unendlich stolz.

Neben dem kleinen Plüsch-Eisbären Ella und einer gerahmten Urkunde über die Tierpatenschaft hat das Team plötzlich noch eine Überraschung für uns: eine Obst-Gemüse-Fisch-Eisbombe für Bill, die wir persönlich verfüttern dürfen. Der Moment ist perfekt und als wir das gut 5 kg schwere Häppchen in Bills Tatzen werfen, ist sichtlich eine Freundschaft entstanden.

Eine halbe Stunde später finden wir uns hinter Gittern wieder. Wir befinden uns im Backstage. Da, wo sonst nur die Tierpfleger schalten und walten. Wir sehen und riechen frischen Fisch, der gerade schonend aufgetaut wird, gefrorenen Mais, der im Kühlraum liegt – und ein herzallerliebstes Babyfoto von Bill, das unsere Sympathie ins Unermessliche steigert. Da man bekanntlich aufhören soll, wenn es am schönsten ist, verabschieden wir den Tierpfleger an dieser Stelle und treten die Rückreise aus Alaska an.

Damit es uns nicht ergeht wie den Menschen im Mittelalter, die wissenschaftliche Abhandlungen darüber schrieben, dass Biber Fische seien, da es ihnen verboten war, Fleisch zu verzehren, werden wir zum Abschluss zum Essen eingeladen. Ja, hier gibt es Fleisch. Unter Bananenblättern. In der Geräuschkulisse der Tropen. Ein kleiner Urlaub nach einer Weltreise an einem Tag.

Und Bill? Wir sehen uns allerspätestens am 23. November wieder. Das ist dein Geburtstag, da wirst du acht Jahre alt. Lass dich überraschen.

Unternehmensprofil Handwerksbetrieb

Haben Sie auch das Gefühl, in wirtschaftlichen Zusammenhängen ständig die Worte „individuell“ und „Individualität“ zu lesen? Gerade, weil so viele Unternehmen mit diesem vermeintlichen Attribut werben – und dies in gewissen Hinsichten auch stimmen mag – habe ich mich einmal hingesetzt und über den Begriff „Individualität“ nachgedacht.

„Firmen brauchen ein Alleinstellungsmerkmal“, heißt es überall. „Man muss seine Wettbewerbsvorteile unmissverständlich kommunizieren“, wird ergänzt. Und gerade in einer Branche wie der Schilder- und Lichtreklameherstellung, mit der man bei Weitem nicht der einzige Anbieter auf dem Markt ist, muss man eben wenigstens der Auffälligste sein. Oder einer der Auffälligsten. Verschafft man sich dann noch einen Überblick über die Unternehmenskommunikation von Geschäftspartnern, Mitbewerbern und Konkurrenten, wird schnell klar: Man muss sich abheben.

Subjektiv ist rasch formuliert was man kann und wer man ist: individuell, aufmerksam, kreativ. Immer anders. Immer nach dem Wunsch des Kunden. Und die Konkurrenz? Die ist das alles angeblich auch. Kreativ, individuell, optimal, grenzenlos.

Es wird also deutlich, dass man paradoxerweise genau das Gegenteil damit ausstrahlt, wenn man sich „individuell“ nennt. Man handelt genau wie die anderen, man beschreibt sich genau wie die anderen, man verspricht genau das, was die anderen auch schon versprechen. Keiner weiß, wer diese Idee zuerst hatte und wer die vielen unkreativen (!) und oberflächlichen (!) Trittbrettfahrer sind. Das Schlimmste daran ist jedoch, dass ausgerechnet der Kunde überhaupt nicht mehr weiß, was das schnell getippte „individuell“ eigentlich noch bedeuten soll. Und was wirklich hinter dem Unternehmen steckt, das sie bitte beauftragen sollen.

Vor dem Hintergrund, dass man Individualität einfach nur näher definieren und auf sich zuschneiden muss, kann man das Wort ja dann ruhig verwenden. Aber man muss sich unbedingt selbst im Klaren darüber sein, inwiefern man denn etwas Besonderes ist. Was einen ungeteilt von anderen unterscheidet. Und genau das soll an dieser Stelle geschehen.

Ich habe Außenstehende gefragt, was sie an unserem Unternehmen bewundern und wahrnehmen. Die Antworten waren so einleuchtend, dass ich mich gefragt habe, wieso ich nicht selbst darauf gekommen bin. Stichwort Betriebsblindheit.

Das wichtigste Merkmal sei für Drittbetrachter die Tatsache, dass wir ein Familienbetrieb mit einem unheimlich starken Zusammenhalt sind. Damit sind wir zwar nicht allein auf der Welt, ein Unterschied zu zahlreichen anderen Schilder- und Lichtreklameherstellern ist das aber schon. In einem Artikel eines Businesskunden-Magazins der Emscher-Lippe-Energie wurden die Vorteile eines Familienbetriebs unmissverständlich auf den Punkt gebracht: besondere Rentabilität, besseres Überstehen von Krisenzeiten, Mitarbeiterorientierung, Standorttreue, moralische Werte, Verzicht auf Gehaltserhöhungen und Boni, Zukunftsinvestition und Vertrauen – was Familienbetriebe zu einem nicht wegzudenkenden Faktor in der Wirtschaft macht. Hinzu kommt, dass die nächste Generation, zu der ich zähle, bei uns nicht in die Firma hineingeboren oder -gezwungen wurde, sondern freiwillig und von ganzem Herzen für die Familie arbeitet. Was unsere Geschäftspartner davon haben? Einen 26-Stunden-Service mit aufrichtiger Betreuung und Anteilnahme und eine erweiterte Definition der Phrase „alles aus einer Hand“. Hier ist nämlich nicht nur das Endprodukt aus ein- und derselben Hand, sondern der gesamte Prozess der Vor- und Nachbetreuung, der Darstellung, der Kommunikation, der Buchhaltung. Für uns gibt es keine Geschäftszeiten nach Eieruhr, wir fahren auch an Wochenenden zur Montage und die Ruhe und seelische Frische an Feiertagen nutzen wir nicht selten für crashkursartige Arbeitseinheiten (oder Inventur). In der Familie versteht man sich oft ohne Worte.

Das bringt mich zum nächsten Merkmal, was viele vielleicht damit meinen, wenn sie „individuell“ sagen: Empathievermögen. Das soll an dieser Stelle direkt gleichgesetzt werden mit Emotionalität. Es steht außer Frage, dass auch unsere Mitbewerber nicht vom Fließband arbeiten. Aber das Credo, dass wir uns nicht durch Massenherstellung eine empathische und fokussierte Betreuung blockieren wollen, ist unser A und O. Unsere Kunden sollen das berechtigte Gefühl genießen, dass sie jeweils der Einzige für uns sind. Wir bearbeiten ihre Wünsche im permanenten Dialog, weswegen die richtigen Emotionen überhaupt erst entstehen können. Am Ende entsteht ein Produkt, mit dem sich der Kunde identifizieren kann. Und sonst keiner. Ist das nicht der Ursprung von Individualität?

Das nächste, anhand dessen unser Betrieb charakterisiert wurde, ist Fachkompetenz verbunden mit Bodenständigkeit. Wie ist das zu verstehen? Wir würden dazu sagen, dass das Anliegen des Kunden gleichzeitig unser Anliegen ist. Bodenständigkeit bewerten wir als das Gegenteil von Abgehobenheit und Teilnahmslosigkeit. Wir machen uns konkrete Gedanken darüber, was welcher Kunde brauchen könnte und tischen umgehend die passende Lösung auf – auch wenn diese hier und da vom ursprünglichen Wunsch abweicht. Es ist nicht „sowieso jeder Kunde gleich“ und wir sind nicht „jedem fachlich überlegen.“ Uns ist wichtig, dass unsere Geschäftspartner darauf vertrauen können, dass auch wir das Beste für ihr geliebtes Unternehmen wollen. Schon alleine aus ethischen und ästhetischen Gründen, wobei wir wieder bei Fachkompetenz wären.

Was hat sich über die Jahre noch als unser Merkmal herausgebildet? Ich sage bewusst „über die Jahre“, weil Außenstehende unsere Leistungen als zeitlos und vielseitig beschrieben haben. Nach über dreißig Jahren Tätigkeit haben wir die Ehre, einige Generationenwechsel bei unseren Kunden miterlebt zu haben. Damit geht einher, dass wir uns des Öfteren auf neue Geschäftspartner einstellen durften (Stichwort Empathie) und die neuen Visionen der Nachkömmlinge umgesetzt haben. Wir werden als Ansprechpartner für unterschiedlichste Generationen geschätzt (Stichwort Kompetenz), da wir einige Unternehmen nun schon seit Jahrzehnten begleiten (Stichwort Vertrauen).

Ja, als Visionäre – weil originell, modern und einzigartig – werden wir auch wahrgenommen. Und über unsere eingefleischten Werte Pünktlichkeit, Korrektheit und Normenkonformität müssen wir gar nicht diskutieren, die sollten selbstverständlich sein.

Schaut man sich rückblickend all diese Attribute im Einzelnen an, wird man vielleicht nicht unbedingt das Gefühl haben, wir hätten das Rad neu erfunden. Aber wenn wir sie zusammenfassen und im Kopf des Lesers ankommt, dass wir all diese Werte begründet vereinen, sind wir damit vielleicht doch etwas Besonderes. Individuell eben.

Die [Firmenname]:

Ein bodenständiger Familienbetrieb aus Visionären, die anhand von Fachkompetenz und Empathie seit Jahren viele Generationen mit emotionalen, vielseitigen und zeitlosen Produkten beeindrucken und bestätigen.